Ich weiss gar nicht, womit ich anfangen soll. Nun bin ich seit knapp zwei Tagen in Istanbul. Es ist einfach unglaublich aufregend hier. Gott sei Dank habe ich eine sehr, sehr hifsbereite Betreuungslehrerin. Ohne Lusie hätte ich wahrscheinlich schon mehrmals laut um Hilfe gerufen, wobei dies hier kaum einer versteht.
Ich werde mal versuchen, die letzten Tage und Stunden zu beschreiben. Am 22. August bin ich also am Nachmittag in Istanbul auf dem Flughafen Atatürk angekommen und wurde dort von Luise abgeholt. „Erster“ Härtetest war dann die Fahrt zu Ihrer Wohnung auf der asiatischen Seite mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei über 30 °C mit zwei großen Gepäckstücken und meinem geliebten (wenn auch nicht ganz leichtem) Notebook haben mir dabei drei der vier benutzten Verkehrsmittel besonders gefallen. Zuerst die Fahrt mit einem klimatisierten Bus vom Flughafen zum Taksim-Platz.
Danach die Fahrt von dort herunter an den Bosporus mit einer ebenfalls klimatisierten Zahnradbahn. Und dann ging es mit der Fähre über den Bosporus auf den asiatischen Teil von Istanbul. Dort habe ich also nun zum ersten Mal im Leben Asien betreten. Wow. Von dort ging es dann noch einmal mit dem (nicht klimatisierten) Bus zur Wohnung von Luise, die sich an der ersten Bosporusbruecke befindet. Danach war ich erstmal fertig. Das Gewusel der Menschenmassen auf der Fahrt durch Istanbul war unglaublich. Und hier werde ich nun drei Jahre verbringen. Das wird sicher gewoehnungsbeduerftig, aber ich habe es ja schließlich so gewollt.
Nach einer Verschnaufpause waren wir dann am Abend im Restaurant „inciralti“ (unter dem Feigenbaum) essen. Es war total lecker. Nachdem wir dann noch auf der riesigen Terasse von Luises Wohnung mit Blick auf den Bosporus ein wenig geplaudert haben, war ich froh, schlafen zu können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappte das Schlafen bis zum Sonnenaufgang ganz gut. Dann jedoch kam der Hammer. Plötzlich waren ganz laut die Gebetsschreie der Muezzine der Moscheen der Nachbarschaft zu hören. Klasse, ich stand senkrecht im Bett. Luise sagte mir aber, dass man sich daran gewöhnt. Ich will es hoffen.
Der gestrige Tag stand dann ganz im Zeichen der Wohnungssuche. Ich habe einige Wohnungen gesehen, bin aber noch zu keiner Entscheidung gekommen. Gut Ding will eben wohl Weile haben und dies ist ja nicht so unbedingt meine Stärke. Abends haben wir dann mit zwei neuen Kollegen auf der Terasse gegrillt und unsere ersten Eindruecke verarbeitet. Heute war nun relativ ruhig. Zunächst war ich erstmals in einem tuerkischen Supermarkt einkaufen – natürlich mit Zettel auf dem die Woerter für Butter … vorbereitet waren. Dann wollte ich mir eine SIM-Karte für das tuerkische Mobilfunknetz kaufen. Der Fall war hoffnungslos, da der Verkäufer noch nicht mal ansatzweise der deutschen oder englischen Sprache mächtig war und ich ausser Hallo (merhaba), Guten Tag (iyi günler) und Danke (tesekkürler) keine türkischen Worte kenne.
Okay, morgen werde ich zusammen mit Luise oder einem anderen Kollegen die Sache erneut in Angriff nehmen. Außerdem habe ich dann noch alleine einen Makler aufgesucht und mir dann eine Wohnung angeschaut. Fast perfekt, aber leider nicht möbliert. Ich überlege nun, ob ich mir in einem Secondhand-Markt vielleicht doch Möbel kaufe. Und soeben habe ich mit meiner liebsten Tina zu ersten Mal via skype mit Video telefoniert. Oh, das war so schön. Morgen geht es zu ersten Mal in die Schule zur Erledigung einiger Formalitäten und danach sind wieder Maklertermine angesagt. Drückt mir die Daumen, dass ich fündig werde. Schließlich achte ich immer auf ein entsprechendes Gästezimmer. Bleibt gesund und grüsst das kühle Deutschland von mir.
Euer Frank